Throwback Kuba –
Zwischen Kommunismus und purem Glück

Throwback Kuba –
Zwischen Kommunismus und purem Glück

Throwback Kuba –
Zwischen Kommunismus und purem Glück

Im Februar vor einem Jahr ging die Reise los. Nach anfänglichem Hin- und Her-Überlegen, ob es nicht doch nach Südafrika gehen sollte, haben meine Mitbewohnerin und ich uns für Kuba entschieden (doch wie alle fleissigen ladies-LeserInnen wissen: aufgeschoben ist nur aufgehoben ;))…vor allem aufgrund der sich verändernden politischen Lage – wir wollten Kuba pur erleben und dafür mussten wir uns beeilen.

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© Christina Panholzer

Ich will euch wieder einmal nicht mit einem elendslangen Beitrag beglücken, sondern euch viel lieber ein paar kleine Tipps  für eure Reiseplanung mitgeben. Natürlich lasse ich euch auch an meiner Begeisterung für das Land teilhaben. Und los geht´s:

Wir waren insgesamt drei Wochen unterwegs und haben dennoch nur einen Teil der Insel gesehen. Natürlich hätten wir mehr Städte in unserer Reiseroute unterbringen können, doch was wäre das für ein Urlaub, wenn man nicht auch ein paar Tage auf dem Strand verplempert? 🙂 Wir sind größtenteils mit den Viazul-Bussen von A nach B gekommen, was nur zu empfehlen ist. Zwar kann man sich auch ein Auto ausleihen, was wir getan haben, jedoch macht sich diese Art zu reisen über eine längere Zeit in der studentischen Geldbörse bemerkbar. Eine andere Möglichkeit ist die Befahrung der Insel mit dem Moped oder Fahrrad, auch da waren wir sofort dabei, jedoch ist ersteres für zwei Mädchen mit Gepäck ein wenig zu klein (und auch zu langsam) und zweites einfach zu anstrengend. 🙂 Einmal haben wir eine einstündige Strecke mit einem lokalen Bus zurückgelegt. Diese hat insgesamt umgerechnet 20 Cent gekostet, jedoch handelte es sich dabei auch eher um einen alten LKW mit Holzbrettern, anstatt um eines uns sonst bekannten Transportmittels. Eine lustige Erfahrung war diese Fahrt auf alle Fälle, doch für Wiederholungen nicht geeignet, da es unglaublich viel geruckelt und man auch permanent Abgase eingeatmet hat.

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© Christina Panholzer

Also: ich habe größtenteils per Bus das Land bereist. Doch wo war ich eigentlich?

Unsere kleine Reiseroute

Havanna –> Vinales –> Maria la Gorda –> Vinales –> Cienfuegos –> Trinidad –> Santa Clara –> Caibarien –> Küste entlang –> Havanna

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© Christina Panholzer
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© Christina Panholzer

Nun folgen ein paar Tipps und Facts, die euch die Reiseplanung vereinfachen und Lust auf dieses unglaublich schöne Land geben sollen.

Englisch? Was ist Englisch?

Zuerst einmal sollte einem jeden klar sein: Ohne Spanisch geht nichts! Nur sehr wenige sprechen Englisch und das Kommunizieren in irgendeiner anderen Sprache kann man sich gleich abschminken. Die Menschen sind wirklich sehr bemüht und versuchen sich auch mit Händen und Füßen mit dir zu unterhalten, aber wenn man genauere Auskünfte oder vielleicht eine bisschen komplexere Frage stellen möchte, stößt man mit Pantomime bald an seine Grenzen. Es schadet also nicht, ein paar Basic-Vokabel zu pauken, oder so wie ich es gemacht habe, einfach eine Spanisch sprechende Reisebegleitung zu wählen.

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© Christina Panholzer

Keine Berührungsängste

Auf Kuba kommt man als Rucksacktourist den Menschen sehr nahe, denn die Suche nach Hostels sind vergeblich und Hotels quasi unleistbar…man schläft einfach bei ihnen zu Hause. Komisch ist das gar nicht, so machen das fast alle. Casa particulares nennen sich die gemütlichen Unterkünfte, für die man 10€ pro Person pro Nacht einberechnen sollte. Meistens schläft man in einem kleinen Zimmer, das extra für Touristen bereitsteht, und bekommt morgens unglaublich gutes Frühstück, inklusive frischen exotischen Früchten, serviert. Wir waren von der Gastfreundschaft ganz begeistert und hätten gar nicht anders wohnen wollen.

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© Christina Panholzer

Die Arbeit zu Hause lassen

Wenn man nach Kuba reisen möchte, sollte man sich vergewissern, dass die Arbeit zu Hause erledigt worden ist, denn auf der Insel gibt es nirgends freies WLAN. Man könnte sich in den teuren Hotels stundenweise Internetzugang kaufen, dieser ist jedoch sehr teuer. Wir haben komplett darauf verzichtet und es war eine tolle Erfahrung, drei Wochen kein einziges Mal im Netz gewesen zu sein. Das Leben wirkt entspannter und man hat ganz plötzlich viel mehr Zeit für wesentliche Dinge. Am Ende der Reise hatten wir sogar ein wenig Angst, in die altbekannte Welt zurückzukehren….tausende an unbeantworteten Nachrichten und Stress ohne wirklich Stress zu haben. Kuba ist wie ein Paralleluniversum: es dreht sich langsamer und so gut wie keine Information von außen dringt hinein. So glauben die Locals auch, dass Europa extrem gefährlich ist und haben keine Ahnung, wie der Rest der Welt aussieht. Traurig sind sie aber aufgrund des fehlenden Wissens nicht, sie kennen es ja schließlich nicht anders. Nur Vereinzelte sind bei dem Gedanken, wohl nie das Land verlassen zu können, niedergeschlagen.

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© Christina Panholzer

Kein Shoppingtrip

Jeder der denkt, dass nach diesem Urlaub der Kleiderschrank aus allen Nähten platzen wird, der irrt. Auf Kuba herrscht Kommunismus und das bedeutet, dass es nicht wirklich Geschäfte zum Einkaufen gibt. Damit sind nicht nur Textilartikel gemeint, auch Supermärkte sind rar und spärlich bestückt. Kubaner brauchen nicht sonderlich viel, sie erhalten monatlich das Nötigste (Reis, Bohnen, Kartoffel, etc.) im Tausch gegen Marken. Zusätzlich ist es eine willkommene Abwechslung nicht permanent durch Werbetafel und -plakate erschlagen zu werden. Wenn es nichts zu kaufen gibt, muss auch nichts beworben werden :).

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© Christina Panholzer

Augen auf

Für alle, die sich doch für ein Mietauto als Transportmittel entscheiden, sollten auf den Straßen der Insel sehr achtsam unterwegs sein. Keine Panik! Ihr werdet nicht von wilden Tieren befallen. Viel gefährlicher sind die Straßen selbst. Sie sind durchwegs mit großen Schlaglöchern gesäumt und Unfälle sind für unaufmerksame Autofahrer quasi vorprogrammiert. Auch teilt ihr euch die Fahrbahnen mit Pferdewägen und Radfahrern…bitte immer auf Ausweichmanöver gefasst sein. Außerdem wichtig: nie bei Nacht fahren. Auf Kuba finden sich nur sehr selten Straßenlaternen, wodurch die Heimtücken der Wege noch schwerer zu erkennen sind.

Abwechslung ist überbewertet

Der Kommunismus macht sich nicht nur im Landschaftsbild (eben durch fehlende Werbeplakate) bemerkbar, er ist auch ganz klar am kulinarischen Markt präsent. Auf den Tisch kommt, was der Kubaner zur Verfügung hat. Für Nudeln und Co muss gezahlt werden, deshalb wird täglich auf Bohnen, Reis, Kartoffeln und Reis zurückgegriffen. An den Küsten bekommt man auch hervorragenden Fisch und köstliche Meeresfrüchte serviert, aber an den Beilagen ändert sich nicht viel. All jene, die diese Lebensmitteln zu ihrem täglichen Ernährungsplan zählen, die sind in diesem Land vollkommen richtig. Alle anderen werden dennoch ihre Freude haben, denn die Speisen werden mit viel Liebe zubereitet und man merkt, dass versucht wird, das Beste aus wenig Vorhandenem zu zaubern. Außerdem kann ja immer noch auf frische Früchte ausgewichen werden :).

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© Christina Panholzer

Standhaftigkeit von Vorteil

Kuba ist weltweit für Rum und Zigarren bekannt. Vor allem ersteres hat es uns angetan und so haben wir täglich mindestens einen Cocktail getrunken…sie sind auch einfach zu gut und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar (pro Drink muss man mit umgerechnet 3€ rechnen). Wer so viel trinkt – beim Fortgehen wird es dann auch schnell mehr – der muss auch Standhaftigkeit beweisen, sonst wird der nächste Tag kein Spaß. Aber wie gesagt, wer viel Zeit hat, der kann dann wie wir einen “entspannenden Strandtag” einlegen ;).

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© Christina Panholzer
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© Christina Panholzer

Abenteuerlust

Ein Land zu entdecken, heißt auch immer ein bisschen in die Tiefe zu gehen, indem man sich mit der lokalen Kultur und den dortigen Menschen auseinandersetzt. Kuba ist hierfür unglaublich gut geeignet, da mit Offenheit und Herzlichkeit auf einen zugegangen wird. Viele wagen sich aber nicht wirklich, Neues kennenzulernen, sondern bräunen sich lieber zwei Wochen an den Swimmingpools der klassischen Touristenbunker. Ich will hier überhaupt kein Urlauber-Shaming betreiben, jeder wie er mag. Doch wenn man auf diese Art und Weise reist, lernt man auf keinen Fall Kuba, so wie es wirklich ist, kennen. (Die Insel ist mehr als nur Varadero :)).

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© Christina Panholzer

Ich hoffe, ich konnte euch Neues und Interessantes über dieses wunderschöne Land näher bringen. Falls ihr weitere Fragen habt, oder meint, ich habe etwas Wichtiges vergessen, scheut euch nicht, es mir in den Kommentaren mitzuteilen.

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4 Comments

  • 3 Jahren ago

    Wow diese Reise tönt echt unglaublich spannend und ich bin mir sicher, die wird euch noch lange in Erinnerung bleiben! Ich müsste da wohl erst etwas Spanisch lernen 🙂 Die Bilder sind echt super toll geworden – Kompliment!
    Liebe Grüsse, Carmen – http://carmitive.com

    • Nina
      3 Jahren ago

      Liebe Carmen,
      vielen lieben Dank für diese nette Nachricht. Ich denke auch, dass ich mich noch sehr lange an diese Reise erinnern werde. Ich kann das Land nur wärmstens weiterempfehlen :).

      Liebe Grüße,
      Nina

  • Ein toller Reisebericht, super Tipps und echt schöne Eindrücke!!! 🙂
    Liebe Grüße, Natascha von SJMB ♡

    • Nina
      3 Jahren ago

      Liebe Natascha,
      freut mich sehr, dass er dir gefallen hat :). Reisen ist ja eine meiner Leidenschaften und wenn ich das transportieren kann, ist es umso schöner!

      Liebe Grüße,
      Nina