Alleine reisen macht mir Angst

Alleine reisen macht mir Angst

Mit zitternden und schwitzigen Fingern fahre ich über das Trackpad meines Laptops.

„Kannst du nochmal drüber lesen? Stimmen die Angaben?“

„Ich schaffe es nicht einmal einen Flug zu buchen, ohne, dass jemand mir über die Schulter schaut. Wie soll ich es dann schaffen acht Tage alleine durch Bulgarien zu reisen?“, denke ich mir in dem Moment.

Es stimmt. Alleine reisen löst in mir sämtliche Gefühle aus. Von panischer Angst bis hin zu nervösen Krämpfen. Von Vorfreude und Aufregung ist weit und breit keine Spur.

Warum also mir etwas antun, dass mir schon von vornherein keinen Spaß verspricht? Ich bin ich viel herumgekommen, habe auch schon in anderen Ländern gelebt, weit weg von meiner Familie und bin zum studieren auch völlig alleine von Deutschland nach Österreich gezogen. In Italien habe ich ebenfalls einige Monate alleine gelebt und dennoch machten mir all diese Schritte nicht so viel Angst wie acht Tage alleine in Bulgarien.

Worin bestand für mich also der Unterschied?

In Wien sowie in Genua hatte ich Aufgaben. Ich sollte dort leben, um in die Uni zu gehen. Bekanntschaften und Freundschaften würden schon früh genug und auf natürliche Weise passieren. Ich wusste, dass ich nicht lange alleine sein würde. Wenn man aber nur kurze Zeit irgendwo zu Besuch ist und von Natur aus nicht gerade die extrovertierteste Person ist, dann ist so etwas eine richtige Herausforderung. Man muss plötzlich aktiv auf Menschen zugehen, sei es um nach dem Weg zu fragen oder um Smalltalk zu führen. Und genau das ist der springende Punkt. Bin ich mutig genug, um Menschen anzusprechen?

Ich habe seit einiger Zeit das Gefühl festzustecken, nicht voranzukommen. Das Leben aller Menschen um mich herum scheint sich weiterzudrehen, alle lernen neue Dinge und erreichen Meilensteine. Ich hingegen stecke in einem Hamsterrad fest und weiß nicht mehr wie ich aus meiner Komfortzone, aus diesem Trott ausbrechen soll.

Ich weiß, dass eine Reise alleine die richtige Entscheidung ist, allerdings bin ich mir auch bewusst, dass sich diese acht Tage ewig lang anfühlen können, wenn man einsam ist. Alleine bedeutet nicht immer einsam. Ich habe keine Angst vor dem Alleinsein, sondern vielmehr davor mich einsam zu fühlen…

Und trotzdem: Mit zitternden und schwitzigen Fingern fahre ich über das Trackpad meines Laptops, der Cursor bleibt stehen und ich klicke ohne zu zögern auf „jetzt buchen“.


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