Wie Kleiderschrank ausmisten zu einem Self-Love-Ritual wurde

Wie Kleiderschrank ausmisten zu einem Self-Love-Ritual wurde

Wie Kleiderschrank ausmisten zu einem Self-Love-Ritual wurde

Einmal im Jahr gehe ich meinen Kleiderschrank durch und gebe das raus, was ich nicht mehr trage. Es sammeln sich meistens ein bis zwei Säcke an. So richtig rigoros, miste ich aber fast nie aus.

Seit einiger Zeit merke ich, wie ich mich in vielen meiner Kleidungsstücke nicht mehr wohl fühle. Vielleicht liegt es am Älterwerden, dass ich nun lieber weitere und längere Teile trage, als engere und kürzere oder an der Tatsache, dass ich merke, dass sich mein Körper im letzten Jahr ein wenig verändert hat (auch wenn es scheinbar niemandem sonst auffällt).

Jedes Mal, wenn ich meinen Kleiderschrank öffnete, suchte ich in den tiefsten Ecken nach meinem fehlenden Selbstbewusstsein. Seit Wochen trug ich nur noch Leggings und weit geschnittene Pullis, weil ich mich in sonst nichts gut fühlte und ich in dem ganzen Kram nicht mehr zurecht fand. Mir ging auf, ich musste etwas an der Situation ändern. Als ich dann anfing die Serie „Tyding up with Marie Kondo“ auf Netflix zu schauen, wurde das Bedürfnis, mich von allem, was mir kein gutes Gefühl gab, zu entledigen, nur noch größer.

Immer dann, wenn wir bewusst vermeiden, etwas, das uns nicht gut tut, anzugehen, bröckelt ein Teil unseres Selbstbewusstseins ab. Wenn wir Dinge direkt beim Namen nennen und uns mit ihnen auseinandersetzen, fühlen wir uns danach viel besser. Wie ein Kleiderschrank, muss auch unser Geist ab und an ausgemistet werden und ich beschloss zwei Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen.

PREPARATION

Ich nahm mir vor, die Dinge auszusortieren, die ich seit genau zwei Jahren nicht ein einziges Mal getragen hatte und zudem alles, worin ich mich nicht wohlfühlte, aber vielleicht potentiell irgendwann so richtig reinpassen würde. Außerdem schrieb ich mir eine Liste, mit den Dingen, die ich wirklich brauche und diese deshalb im Schrank bleiben müssten. Mir war dieser Prozess vor allem sehr wichtig, da ich reduzieren möchte, allerdings bewusst. ich möchte mich mit dem befassen, was ich habe. Mehr Second Hand (was ich ohnehin schon sehr viel mache) kaufen, statt Fast Fashion und generell weniger kaufen.

Capsule Wardrobe:

Capsule Wardrobe ist vermutlich der falsche Begriff, denn damit verbinde ich immer Minimalismus und ich muss ehrlich sagen, so sehr ich diesen Trend bewundere, bin ich hinten und vorne keine Minimalistin. Dennoch wünsche ich mir einen Kleiderschrank, der mit allen wichtigen Stücken gefüllt ist. Aus diesem Grund habe ich zunächst Pinterest nach „Capsule Wardrobe Essentials“ durchforstet und dann eine Liste mit den wichtigsten Teilen, die auf keinen Fall fehlen dürfen, angelegt. Rund um diese Teile möchte ich den Rest meiner Garderobe aufbauen.

Staple Pieces:

Was für wen wichtig ist, ist vollkommen individuell, aber meine Liste sieht wie folgt aus.

EVERYTHING MUST GO*

*(out of the closet and on the bed)

Sobald euer Zimmer oder gar die gesamte Wohnung so aussieht, als hätte ein Kaufhaus sich dort erbrochen, fühlt ihr wie euch eine Welle der Scham überkommt. Wie viel wir tatsächlich besitzen, realisieren wir nur, wenn es in einem großen Berg vor uns steht. Als nächstes besagt die Marie Kondo-Methode, dass man jedes einzelne Stück in die Hand nehmen und schauen soll, ob es ein Gutes Gefühl in uns hervorruft. Wenn nicht, dann weg damit, vorher jedoch danke sagen.

Ich ging Stapel für Stapel durch und versuchte herauszufinden, was genau „Spark of Joy” bedeutete: Ein Kleid, das mich fühlen ließ als wäre ich 12 Jahre alt? Weg! Ein Rock, der mittlerweile zwickte und mir vorkam als wäre er viel zu kurz? Weg!

KEEP THE BASICS

Ich behielt meine vorher angefertigte Liste mit den Basic-Teilen, um die ich meine Garderobe herum bauen wollte, direkt neben mir und immer, wenn ich so ein Teil entdeckte legte ich es auf einen separaten Stapel.

TAKE OR TOSS

Dann durchforstete ich weiter meinen Kleiderberg und ging jedes Teil durch und entschied mich es zu behalten oder wegzugeben, je nachdem, ob es sich gut in meinen Alltag integrieren und mit meinen Basic-Teilen kombinieren ließe. Wenn ich mir bei Dingen nicht sicher war, legte ich es ebenfalls auf einen separaten Stapel. Dann hatte ich noch einen Stapel, in dem Dinge waren, die ich gerne behalten will, die allerdings ein bisschen kaputt sind oder aus anderen Gründen umgenäht werden müssten.

4 Stapel: Basics, Garderobe, Unsicher, Umnähen

Am Ende hatte ich einen Stapel voller Basicteile, einen Stapel, um den ich meine Garderobe bauen möchte, einen „Ich-bin-mir-nicht-sicher“-Stapel und einen „Muss-umgenäht-werden“-Stapel. Diese Stapel ging ich einzeln nochmal durch und schaute mir nochmal alles genau an. Fünf gleich aussehende weiße Basic-Shirts? Weg und nur zwei davon behalten.

 

REARRANGE

Als ich mit allem fertig war, überlegte ich mir ein System, wie ich meine Kleidung einsortieren wollte.

Nach Farben und Kategorie sortieren

  •  Hosen, kurze Hosen, Shirts und Sportkleidung wurden gerollt und in  drei Schubladen nach Farbe sortiert, eingeordnet.
  • Mäntel und Jacken wurden auf einer Stange nach Farben sortiert eingeordnet
  • Kleider, Röcke und Blusen wurden ebenfalls auf einer Stange nach Farben sortiert eingeordnet.
  • Wollpullis wurden in Regalfächern nach Farben sortiert und so, dass ich alle Pullis gleich sehe, eingeordnet.
  • Schuhe wurden ebenfalls nach Farben sortiert in Regalfächern eingeordnet.

WHAT NOW? 

Spenden

Einen Teil meiner aussortierten Kleidung habe ich gespendet (was ich normalerweise immer mache, daher habt ihr bisher kaum Kleidung von mir kaufen können).

Instagram Sale

Ein paar ausgewählt Stücke habe ich auf Instagram unter @marciaschnee zum Verkauf angeboten.

Online-Flohmarkt

30-40 Stücke habe ich an Mädchenflohmarkt geschickt, die freundlicherweise den Verkauf und Versand der Kleidung für mich übernehmen werden. Den Link hierzu werde ich zeitnah auf Instagram und Co. teilen, dann könnt ihr dort stöbern!

Flohmarkt in Wien

Der Rest wird auf dem Edelstoff Designmarkt in Wien verkauft. Sie haben dort erstmals auch einen Blogger-Flohmarkt. Alina und ich werden am 31. März vor Ort sein! Ihr könnt also durch unsere Kleiderschränke stöbern.

Related Stories

Leave a Comment

Leave A Comment Your email address will not be published